Der Biber am Beebe-Lake (Ithaca)

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Mein letzter Blog-Eintrag ist nun einen Monat her, so sollte das eigentlich nicht laufen. Der lange Winter im Osten der USA (siehe vorherige Blogeinträge) hat mir leider einen Strich durch die Rechnung gemacht und den Anfang der "Insekten-Saison" nach hinten verschoben. Die ersten Libellen schlüpfen nun, für einen Blog-Eintrag reicht es aber noch nicht.

Daher gibt es heute ein paar Bilder, die ich auf meinem Heimweg nach der Arbeit angesammelt habe. Dieser führt um den Beebe-Lake, welcher zwei Biber beheimatet. Die Fotos genügen sicherlich nicht allerhöchsten Qualitätsansprüchen, aber ich finde sie dennoch zeigenswert. Zunächst gibt es aber erst einmal ein kurzes Video von diesem interessanten Geschöpf (bitte in HD abspielen).

Der Biber ist ein reiner Pflanzenfresser, der sich von Kräutern, Sträuchern und Wasserpflanzen ernährt. Zusätzlich verzehrt er Zweige, Rinde und Blätter der von ihm gefällten Bäume. Letzteres macht ihn in der Forstwirtschaft zu einem unbeliebten Schädling. In einer Nacht kann ein Biber einen bis zu 50cm dicken Baum fällen und somit beträchtlichen Schaden am Baumbestand anrichten.

Verjährte Biberverbisse

Die Bäume im Biber-Habitat werden daher mit Manschetten aus Draht geschützt, wie in den folgenden zwei Beispielbildern zu sehen.

Baumschutz. Der rote Pfeil zeigt auf den im Hintergrund schwimmenden Biber

Verjährter Biberverbiss hinter Gittern

Am Beebe-Lake haben sich Mensch und Biber jedoch miteinander arragiert. Jedes Jahr werden die Bäume beschnitten, um über den Wanderweg hängende Äste zu entfernen. Anstatt diese Äste zu schreddern, werden sie am Wegesrand abgelegt. In der Nacht holen sich die Biber diese Äste, was man jeden Morgen an den Spuren im Schotter sehen konnte. Im unteren Beispiel hat der Biber seinen "Beutezug" scheinbar abgebrochen, und den Ast auf halber Strecke liegen lassen.

Die Biber holen sich nachts die abgesägten Äste am Wegesrand weg

Hier hat der Biber versucht, einen Ast ins Wasser zu ziehen.

Obwohl am Beebe-Lake längst nicht alle Bäume eingezäunt sind, konnte ich keine frischen Biberschäden entdecken. Das Buffet, dass ihnen die Menschen am Wegesrand hinterlassen, scheint ihren Bedarf zu decken. Ein gelungenes Beispiel für gut gemachten Biberschutz, wie ich finde.

Nordamerikanischer Biber (Castor canadensis) vor seiner Biberburg

Vielen Dank für's Lesen, beim nächsten Mal gibt es dann hoffentlich Bilder von Insekten, was mehr meiner Expertise entspricht.

Viele Grüße,

Sören