Pilzfotografie

Herbstzeit ist Pilzzeit, und wer diese schönen Wesen nicht so gerne in der Pfanne mag, der greift, so wie ich, lieber zur Kamera. Besonders für Anfänger der Makrofotografie kann ich Pilze als Motiv uneingeschränkt empfehlen, denn sie bieten die Möglichkeit, aus seinen Fehlern zu lernen und das Gelernte sofort umzusetzen, schließlich laufen die Pilze ja nicht weg. So hab ich schon des Öfteren zu Hause am PC gemerkt, dass ich mit den entstandenen Bildern doch nicht so richtig zufrieden war. Ein störendes Element im Bild, dem Licht fehlt der nötige Kick. Kein Problem, fährt man eben am nächsten Tag nochmal hin. In diesem Blogpost möchte ich einfach mal Zeigen, was ich so die letzten Jahre an Pilzen fotografiert habe und natürlich gibt es auch den ein oder anderen Tipp.

Fliegenpilz Draufsicht als Stack

Die Nummer 1 unter den Pilzmotiven ist für mich ganz klar der Fliegenpilz (Amanita muscaria). Durch die knallig-rote Farbe und die schöne Mustering geben diese Pilze oft einen schönen Kontrast zum herbstlichen Waldboden. Ein schönes Exemplar zu finden ist dabei allerdings nicht so einfach. Oftmals weisen diese Pilze schon Fraßspuren auf. Findet man allerdings einen Fliegenpilz mit intaktem Schirm, bietet sich eine Draufsicht an. Für obiges Foto habe ich mein Stativ über dem Pilz aufgebaut und mittels meiner Makro-Schiene (Novoflex Castel Q) einen Stack aus ca. 25 Bildern produziert, um sowohl den Pilz, als auch das Herbstlaub scharf abbilden zu können. Besonders schön finde ich hierbei den leichten Glanz auf dem Pilz, der diesem Plastizität verleiht. Dieses Bild hängt bei mir im Übrigen über der Couch im Wohnzimmer und ist ein echter Hingucker.

Fliegenpilz mit wäldlichem Umfeld

Auch als Seitenansicht wirken Fliegenpilze sehr schön, besonders wenn man es schafft, wie in obigen Beispiel, das Umfeld des Waldes noch mit einzubinden. In diesem Fall deuten sich im Hintergrund ein paar Bäume an, sowie die durch das Blätterdach brechende Sonne.

Making Of

Making Of

Oben seht ihr, wie die Situation vor Ort dann ausgesehen hat, den Fliegenpilz seht ihr rechts oben neben der Kamera in der Unschärfe. Die Kamera liegt bodennah auf einem Bohnensack. Oft lege ich sie aber auch direkt auf den Boden auf. Hier gilt, ein tiefer Standpunkt erlaubt euch, ein wenig durch das Laub hindurch zu fotografieren. Dadurch ergibt sich ein leicht wolkiger Vordergrund. Blätter verschwinden in der Unschärfe und konkurrieren nicht mit dem Hauptmotiv. Die oben schon erwähnten Bäume und Sonnenstrahlen kann man hier auch schön sehen.

Aber auch andere Pilze haben durchaus etwas zu bieten, z.B. dieser Krötenstuhl, dem man schön unter die Lamellen gucken kann.

Krötenstuhl

Es muss aber auch nicht immer herbstliches Laub als Untergrund sein, auch das frische Grün von Moospolstern lässt sich einbauen. Bei diesem mir unbekannten Pilz habe ich einen eher minimalistischen Ansatz gewählt.

unbekannter Pilz auf Moospolster

Etwas schwieriger zu fotografieren sind Gruppen aus mehreren Pilzen, denn das Bild wirkt jedesmal komplett anders, je nachdem auf welchem Protagonisten der Fokus liegt. Folgendes Bild erinnert mich an eine Gasse mit Straßenlaternen, oder an einen Wald aus riesigen Pilzen. Möglich gemacht wird dies durch einen extrem tiefen Standort. Solltet ihr also eine dicke Canon 1DX mit integriertem Batteriegriff haben, müsst ihr die Kamera wohl eingraben.

Pilz-Allee

Denn Abschluss dieses Beitrags soll ein Knoblauchtintling bilden, bei dem mir die zarten Farben besonders gut gefallen.

So, ich hoffe, euch hat dieser Blog gefallen. Also, immer schön rein in den Dreck. Wer vom Pilze fotografieren mit sauberen Knien und Ellenbogen nach Hause kommt, der hat was falsch gemacht.

Viele Grüße,

Sören